Historische und politische Bildung im Selbstverständnis der Offizierausbildung an der Offizierschule des Heeres

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Historische und politische Bildung im Selbstverständnis der Offizierausbildung an der Offizierschule des Heeres

Burkhard Albert Köster
Roland Rieger

Staatsbürgerlicher und völkerrechtlicher Unterricht für Soldaten aller Dienstgrade hieß 1956 eine der zentralen Forderungen an die Ausbilder der jungen Bundeswehr. Hiermit hoffte die Bundesrepublik Deutschland der in der deutschen Geschichte bis dahin vorherrschenden Distanz zwischen Armee, Staat und Demokratie wirksam zu begegnen. Gewollt war nun der Staatsbürger in Uniform, der politisch gebildet sein sollte und dafür historische Bildung benötigt. Die Ausbildungsgebiete der politischen und historischen Bildung bilden zugleich den Rahmen für eine kritische und überzeugende Beschäftigung mit unserer Staatsform.
   So gilt es auch im Rahmen der Unterrichtung an der OSH, dem Offizieranwärter sowohl die geschichtlichen Wurzeln als auch die Werte und Normen unserer freiheitli¹chen-demokratischen Grundordnung zu vermitteln. Dadurch sollen der Sinn und die Notwendigkeit soldatischen Dienens für Frieden, Freiheit und Recht verdeutlicht und anerkannt werden.
   Unbestritten bleibt die immer wieder von der politischen und militärischen Führung geforderte Intensivierung der politischen und historischen Bildung.3 Beide Felder dienen der "Staatsbürgerlichen Unterrichtung". Sie bedingen sich nicht nur gegenseitig, sondern wirken zugleich in die Bereiche Menschenführung, Recht und Traditionsbildung hinein. Zudem berühren beide zutiefst die Wurzeln des beruflichen Selbstverständnisses sowie die ethischen und moralischen Grundlagen des soldatischen Dienens.
   So kann es kaum verwundern, dass beide Bildungsbereiche oftmals in einem Atemzug genannt werden. Dies liegt einerseits an den noch näher zu bestimmenden Nahtstellen zwischen Geschichte und Politik. Zum anderen werden geschichtliche Themenbereiche in der Truppe zumeist unter dem Vorzeichen politische Bildung abgehandelt. Um diesen Tatbestand einordnen und gewichten zu können gilt es zunächst, die jeweils eigenständigen Kernbereiche der beiden Fächer darzustellen. Vor diesem Hintergrund sollen dann ihre Interdependenzen aufgezeigt und Folgerungen für die Lehre an der Offizierschule des Heeres und zugleich auch der Truppe abgeleitet werden.

Politische Bildung

   Politische Bildung als Teilgebiet der Inneren Führung leistet an der Offizierschule des Heeres einen Beitrag an entscheidender Stelle auf dem Weg des Offizieranwärters zum Offizier, indem sie in qualifizierter Ausbildung

  • den zukünftigen Offizier mit der Rolle der Bundeswehr als militärisches Machtmittel im Staat vertraut macht,

  • den Primat der politischen gegenüber der militärischen Führung betont,

  • den Bezug zwischen Geschichte und Militärgeschichte wo immer möglich herausstellt,

  • die politische Urteilsfähigkeit stärkt sowie

  • den diskussionsfreudigen, überzeugten und überzeugenden jungen Offizieranwärter als Mittler der politischen Bildung heranbildet, der in der Lage und willens ist, mit geschickter Methodik und unter Anwendung der Grundsätze der Erwachsenenbildung selbst politische Bildung erfolgreich durchführen zu können.

   Als eine Ausbildungseinrichtung, die alle Offizieranwärter des Heeres durchlaufen, sieht sich die Offizierschule in einer Multiplikatorenfunktion im Sinne der Zielsetzungen des Zentrums Innere Führung.

Historische Bildung

   Historische Bildung bekam innerhalb der staatsbürgerlichen Unterrichtung drei übergeordnete Wirkungsfelder zugewiesen, die letztmalig 1994 vom Generalinspekteur beschrieben wurden: An erster Stelle geht es um "die Auseinandersetzung mit Militärgeschichte in ihrer Gesamtheit und die Ausformung eines allgemeinen Geschichtsbewusstseins". Zum Zweiten gilt die damit eng verknüpfte Forderung nach "Vermittlung der geschichtlichen Grundlagen für die Behandlung von Themen der politischen Bildung".
   Als Letztes wird noch die Forderung erhoben nach "kritischer Auseinandersetzung mit Operationsgeschichte und die damit angestrebte Verbesserung der berufsbezogenen Qualifikation des militärischen Führungspersonals".
   Um den beiden erstgenannten und zentralen Anliegen Rechnung zu tragen, stand die Lehre an der OSH von Anbeginn an in den Händen wissenschaftlich geschulter Historiker. Der dritte Bereich wurde und wird im Rahmen des Taktikunterrichts durch die Hörsaalleiter abgehandelt.
   Vor dem Hintergrund dieses Forderungskataloges geht es in der Lehre an der OSH zunächst um den Bewusstwerdungsprozess, dass das Verständnis des aktuellen politischen und gesellschaftlichen Geschehens nur vor dem Hintergrund historischer Prozesse einzuordnen und zu verstehen ist.
   Zugleich soll der Offizieranwärter auf der Grundlage geschichtlicher Kenntnisse seine Fähigkeit verbessern, politische und militärische Gegenwartsfragen beurteilen und Folgerungen daraus ableiten zu können.
   Hinzu treten dann in zweiter Linie spezifisch militärhistorische Themenkomplexe, wie z.B. Operationsgeschichte oder heereskundliche Aspekte, um die Einordnung des eigenen Berufs in der geschichtlichen Entwicklung nachzuvollziehen. In diesem Rahmen spielt bei der inhaltlichen Ausgestaltung der Unterrichte auch der Teilstreitkraftbezug eine wichtige Rolle als Identität stiftendes Merkmal für den jungen Offizier.
   Letztlich versteht sich das Unterrichtsfach Militärgeschichte an der OSH als Vermittlerin der Geschichte in ihrer Gesamtheit. Sie beansprucht, damit zur Ausformung eines allgemeinen Geschichtsbewusstseins beizutragen.

Interdependenzen

   Obwohl deutlich unterschiedliche Wirkungsfelder in der politischen und historischen Bildung vorgegeben sind, greifen dennoch beide Fächer (wenn auch mit wechselnden Zielen) bei zentralen Anliegen ineinander. So muss im Rahmen der Unterrichtung an der OSH die politische Bildung durch den Geschichtsunterricht bei der Erreichung ihrer Ziele unterstützt werden. Das bedeutet, dass durch den Militärgeschichtslehrer die notwendigen Kenntnisse aus der Vergangenheit vermittelt werden, die es dem Offizieranwärter überhaupt erst ermöglichen, durch eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit Maßstäbe zu gewinnen, "die ihn befähigen, politische Geschehnisse und Zusammenhänge der Gegenwart zu beurteilen und ein angemessenes Traditionsverständnis zu entwickeln".

Lerngruppenanalyse

   Die jugendlichen Schulabgängern oftmals unterstellten Defizite in historischer und politischer Bildung charakterisieren auch viele Offizieranwärter des Heeres. So korrespondiert beispielsweise ein im Bereich der Militärgeschichte immer wieder erkennbares persönliches Interesse an Operationsgeschichte - zumeist im Hinblick auf den Zweiten Weltkrieg - nur selten mit hinreichenden Faktenkenntnissen über die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gesamtzusammenhänge.
   Die historischen Bildungsschwächen verdeutlichten sich in einem 1999 zu Lehrgangsbeginn durchgeführten Eingangstest. 190 Offizieranwärter standen vor der Aufgabe, in zehn Minuten dreizehn Fragen aus Bereichen der historischen Allgemeinbildung zu beantworten. Drei Fragestellungen zum Mittelalter wurden im Schnitt nur von 18 Prozent der Lehrgangsteilnehmer richtig beantwortet. Immerhin 82 Prozent konnten das Jahr der nationalsozialistischen Machtergreifung nennen. Nur jeweils 52 Prozent kannten den Beginn der Französischen Revolution oder den Anfangstag des Zweiten Weltkrieges. Mit einem Gesamtschnitt von 32 Prozent richtiger Antworten scheint das Ergebnis durchaus beunruhigend, zumal neun Lehrgangsteilnehmer keine und nur zwei alle Fragen beantworten konnten.
   Immerhin werden die mangelnden Vorkenntnisse durchaus als Defizit wahrgenommen. Die vorherrschenden Fragen der Lehrgangsteilnehmer lauten allerdings: Was nützt mir das Erlernte im Hinblick auf das Lehrgangsergebnis? Bringen mir die neu erworbenen Kenntnisse für meine nächste Verwendung Handlungs- und Argumentationssicherheit sowie Stärkung der Autorität als Vorgesetzter?
   Damit steht die Lehre an der OSH vor der Frage: Wie können die Interessen der Bundeswehr/des Heeres mit denen der Lehrgangsteilnehmer in Übereinklang gebracht werden, um einen Lernerfolg zu erzielen und zugleich die Attraktivität und Akzeptanz der unterrichteten Fächer zu erhöhen? Es muss gelingen, politische und historische Bildung langfristig positiv zu verankern, um ein engagiertes Wirken als Offizier in der Truppe zu erreichen.

Praxis der Lehre an der OSH

   Bislang gestalten sich die Unterrichtungen in der politischen Bildung und in der Unterrichtung Militärgeschichte weitgehend unabhängig. Beiden Fächern gemeinsam ist die annähernd gleiche verfügbare Stundenzahl (45 bzw. 46 Ausbildungsstunden; zwölf bzw. zehn Vertiefungsstunden und für die Ausbildungsreise acht bzw. sechs Stunden).
   Auch die Aufteilung der Unterrichtungen in jeweils zwei Ausbildungsabschnitte, die durch eine Klausur gegeneinander abgegrenzt werden, charakterisiert beide Fächer gleichermaßen.

Politische Bildung in der Lehre

   Im ersten Ausbildungsabschnitt, der Vermittlungsphase, werden grundsätzliche Kenntnisse aus den Bereichen deutscher und internationaler Sicherheitspolitik, Aufgaben und Ziele internationaler Einrichtungen und die Werte der freiheitlichen-demokratischen Grundordnung an ausgewählten Beispielen vermittelt. Im Rahmen einer Klausur werden die erworbenen Kenntnisse und die Befähigung des Offizieranwärters überprüft, eine politische Problemstellung zu analysieren, kontrovers zu diskutieren und ein eigenes Urteil zu entwickeln und zu begründen.
   Im zweiten Ausbildungsabschnitt, der Seminarphase, geht es neben der Vertiefung des bereits Erlernten darum, Neues aus dem umfangreichen Warenkorb der allgemeinen und besonderen Ausbildungsziele selbstbestimmt auszuwählen und eigenständig durch die Lehrgangsteilnehmer im Hörsaal zu vermitteln. Der Warenkorb beinhaltet z.B. Themen wie "Funktionen von Vorurteilen und Extremismus", "Sicherheitspolitische Herausforderungen Europas - Auswirkungen auf den Auftrag der Bundeswehr", "Frauen in der Bundeswehr". Ein besonderes Gewicht wird in den Seminaren auf den Erwerb methodischer Handlungssicherheit gelegt, um in den Einheiten eine ansprechende und interessante politische Bildung durchführen zu können. Das Seminar wird benotet.

Militärgeschichtlicher Unterricht

   Im ersten Ausbildungsabschnitt werden den Lehrgangsteilnehmern in Vorlesungsform notwendige Grundkenntnisse über die historische Entwicklung Deutschlands und seiner einzelnen Territorien von 1648 bis 1914 vermittelt. Dabei wird die deutsche Entwicklung ständig auf außen- und verfassungspolitischer Ebene in den europäischen Kontext gestellt. Um sich auf die darauf abgestimmte Klausur vorzubereiten, bekommen die Lehrgangsteilnehmer ein Begleitpapier zur Vorlesung an die Hand. Zudem besitzen alle Offizieranwärter die zweibändigen "Grundzüge der deutschen Militärgeschichte". Die Klausur besitzt einen hohen Stellenwert für die Gesamtnote des Offizierlehrgangs.
   Der zweite Ausbildungsabschnitt behandelt den Zeitraum von 1914 bis 1968 und besteht aus einem Wechsel von Referaten, Lehrgesprächen und Diskussionen im Hörsaalrahmen. Dabei darf der LT im Sinne einer didaktischen Selbstwahl aus einem Korb von 20 bis 25 (wechselnden) Referatsthemen zur politischen und militärischen Entwicklung ein Thema auswählen. Aus der Fülle der Angebote seien einige beispielhaft genannt: "Deutsche Offensiven an der Westfront 1918 - Strategische Chance oder Vabanque-Spiel?", "Loyalitätswettlauf als Begründungsmuster für die Gleichschaltung der Reichswehr 1933/34?", "Der militärische Widerstand 1943/44: Motive, Ziele und Strukturen am Beispiel einer Persönlichkeit", "Verdeckte und offene Aufrüstung in der SBZ und DDR 1948 - 1956". Die Themen gilt es unter Begleitung durch den Geschichtslehrer eigenständig zu bearbeiten. Es kommt darauf an, komplexe historische Sachverhalte in der vorgegebenen Zeit von 20 Minuten methodisch ansprechend vortragen zu können, um so die Lehrgangskameraden zu bilden und damit diskussionsfähig zu machen. Bewertet werden neben der inhaltlichen Ausgestaltung auch Vortragsweise, Methodik und die Gestaltung eines Thesenpapiers. Das Referat wird benotet.

Bewertung und neue Denkansätze

   Sicherlich erscheint vor allem im Bereich der politischen Bildung das Schreiben einer Klausur nicht als wünschenswert im Sinne einer zeitgemäßen Erwachsenenbildung. Da aber leider nicht alle Offizieranwärter aus Einsicht lernen, erweisen sich die Klausuren letztlich doch als - in Lehrgangsberichten auch von den Offizieranwärtern zugegebener - Lernmotor. Sie wirken damit zugleich einer Selbstmarginalisierung im Fächervergleich entgegen.
   Das derzeitig gültige Ausbildungskonzept wird von den Lehrgangsteilnehmern akzeptiert und hat sich bewährt. Dennoch müssen insbesondere vor dem Hintergrund eines erweiterten Aufgabenspektrums für die Bundeswehr einige Überlegungen zur politischen und historischen Bildung an der Offizierschule erlaubt sein:
   Was können wir bei unveränderten Zeitansätzen, unter Beachtung einer notwendigen Fächerautonomie, angesichts der gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen der Politik und des Auftrags der Bundeswehr tun, um die Ausbildungs(teil)gebiete aktuell zu halten und noch weiter miteinander zu verknüpfen?
   Wie können wir in stärkerem Maße den Grundsätzen moderner Erwachsenenbildung gerecht werden und durch eine größere Verzahnung der Fächer Synergieeffekte erzielen, indem Fächer-übergreifende Ziele und Themen ins Auge gefasst und in stärkerem Maße aufeinander abgestimmt werden?
   Politik befasst sich aus ihrem Selbstverständnis heraus mit politischen Theorien, politischen Systemen und internationaler Politik. Damit steht sie notwendig in direkter Auseinandersetzung mit Gegenwarts- und Zukunftsfragen. Geschichte beschäftigt sich aber ausschließlich mit Vergangenem und benötigt zumeist Archivquellen. Diese sind jedoch in der Regel frühestens nach 30 Jahren der Forschung zugänglich und bestimmen die zeitliche Grenze wissenschaftlich fundierter historischer Unterrichtung. Daher gilt es deutlicher als bislang, die Abholpunkte zu bestimmen, bei der politische Bildung die Unterrichtsinhalte der Militärgeschichte übernimmt und fortführt, um so gemeinsam an die Problemstellungen gegenwärtiger Herausforderungen heranzuführen.
   Wenn wir tatsächlich eine Armee im Bündnis sind, die gleichzeitig die europäische Integration vorleben und vertiefen will, dann ist es zwingend geboten, über ein europäisches Geschichtsbewusstsein ein modernes europäisches Selbstbewusstsein zu vermitteln. "Die geschichtliche Chance Europas besteht darin, das Wesentliche der europäischen Geistestradition als Orientierung anzubieten."
   Folglich muss es künftig darum gehen, den oftmals immer noch eng national gefassten Rahmen politischer und historischer Themen auf eine europäische Betrachtungsebene zu heben, ohne die Ziele der eigenen politischen und historischen Bildung aus den Augen zu verlieren.
   So wird Militärgeschichte in stärkerem Maße als bisher die Hintergründe für gegenwärtige politische Problemstellungen und Strukturen durch eine größere Gewichtung der Geschichte des 20. Jahrhunderts und insbesondere der Nachkriegsgeschichte aufzeigen müssen. Dies erfordert allerdings ein ausgiebiges Selbststudium der Militärgeschichte des 17. bis 19. Jahrhunderts. Den Aspekt des Selbststudiums gilt es mit geeignetem Stundenansatz - möglicherweise unter fachkundiger Anleitung durch einen Historiker - als Bestandteil der gesamten Offizierausbildung in der Truppe und an der Truppenschule zu betonen. Unterstützt werden muss dieses Selbststudium durch geeignete Formen der Lernkontrolle.
   Einige Ausbildungsinhalte sind aufgrund ihrer Bedeutung für das Selbstverständnis der Bundeswehr unerlässliche Inhalte sowohl der politischen Bildung als auch der Militärgeschichte. Neben den "Preußischen Reformen", dem "Militärischen Widerstand im Dritten Reich" steht hier zunehmend die "Geschichte der Bundeswehr" im Blickfeld. Dabei müssen Rolle und Bedeutung des Militärs in der Gesellschaft eine stärkere Akzentuierung hinsichtlich des Offiziers in der Bundeswehr seit ihren Anfängen erfahren. Dies erscheint besonders wichtig für den jungen Offizieranwärter, um ihm seine geistige Verankerung und Tradition in der Bundeswehr, auf die er mit Recht stolz sein kann, bewusst zu machen. Mit diesem Selbstverständnis hat der junge Offizier dann selbst in der Truppe zu wirken.
   Den genannten Anliegen wird derzeit in ersten Seminarversuchen Rechnung getragen, indem beispielsweise im Seminar der politischen Bildung "Das Bild des Offiziers im 19. und 20. Jahrhundert" der historische Aspekt des militärischen Widerstands im Dritten Reich durch den Militärgeschichtslehrer integriert wird. Inspektionschef und Militärgeschichtslehrer stellen sich gemeinsam den Lehrgangsteilnehmern, ein Unterfangen, das auf gute Resonanz stößt und jedem Lehrgangsteilnehmer die Gemeinsamkeiten der Fächer verdeutlicht.
   Ungeachtet des engen Zusammenwirkens von politischer Bildung und Militärgeschichte darf natürlich auch nicht die Verbindung zu weiteren Ausbildungs(teil)gebieten wie Verfasssungs-, internationales Vertrags- und Völkerrecht oder den Themen der Landeskunde unterschlagen werden. Hier wird die Zukunft möglicherweise auch ein engeres Miteinander in der Lehre bringen.
   Offenere Themenkataloge und Fächer-über¹greifende Themenbehandlungen verlangen eine ständige Offenheit der Lehrer gegenüber sich ändernden Fragestellungen und die Bereitschaft, sich auf neue Themengebiete einzulassen und vorzubereiten. Dies vorzuleben bedeutet zugleich, die künftigen Offiziere mit thematischer Offenheit im Hinblick auf die jüngere deutsche Geschichte und die politischen Herausforderungen der Gegenwart zu prägen und damit die gewünschte positive Ausstrahlung auf die Truppe zu erzielen.

Oberstleutnant Dr. Burkhard Albert Köster war Lehrstabsoffizier Militärgeschichte und Oberstleutnant Roland Rieger ist Leiter des Schulstabs an der Offiziersschule des Heeres, Dresden.

 

 

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Stand:04. September 2000