Berufsbild und Selbstverständnis
des Soldaten der Bundeswehr haben sich gewandelt.
Als Staatsbürger in Uniform fördert der Soldat
das Vertrauen der Gesellschaft in die Bundeswehr
als einer Armee in der Demokratie. Die Soldaten
leisten einen wesentlichen Beitrag zur Vollendung
der inneren Einheit Deutschlands, aber auch zur
Stabilität Europas. Neben der Freundschaft zu
den Streitkräften unserer Partner im Westen ist
das Vertrauen und Verständnis durch vielfältige
Kontakte zu den Angehörigen vormals gegnerischer
Armeen im Osten gewachsen. Die Zusammenarbeit für
den Frieden in der Welt unter dem blauen Helm der
Vereinten Nationen steht für das neue
Miteinander.Der
sicherheitspolitische Wandel hat auch geistig-moralische
Konsequenzen für das soldatische Selbstverständnis.
Der Soldat von heute und morgen muß sich
grundlegend veränderten Bedingungen für den
Einsatz stellen. War es zu Zeiten des Kalten
Krieges die Logik der Kriegsverhinderung durch
Abschreckung, die den Sinngehalt soldatischen
Dienstes bestimmte, so erfährt dieses
Selbstverständnis jetzt eine positive
Erweiterung. Zur Kriegsverhinderung tritt die
aktive Friedensgestaltung.
Der Soldat bleibt
Verteidiger von Frieden und Freiheit. Er muß kämpfen
können und notfalls mit seinem Leben für den
Schutz Deutschlands und im Rahmen internationaler
Verpflichtungen für andere einstehen. Das ist
der sittliche Kern des soldatischen Dienstes, der
unverändert gilt. Aber heute steht nicht mehr
die Abwehr einer direkten Bedrohung im Zentrum
unserer Überlegungen. Heute geht es auch darum,
den Ausbruch von bewaffneten Konflikten in
anderen Teilen der Welt zu verhindern, Friedensstörer
in die Schranken zu weisen, Menschen und Völker
aus Not und Gefahr zu helfen und am Wiederaufbau
zerstörter Staaten mitzuwirken.
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