Umfangreiches Beschaffungsprogramm für Polens Streitkräfte
| Das Neu-Nato-Mitglied Polen, das in den letzten Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, will mit einem umfangreichen Beschaffungsprogramm die Streitkräfte auf NATO-Standard bringen und Ausrüstungslücken für den internationalen Kriseneinsatz schließen. Dafür stehen bis 2006 umgerechnet rund acht Milliarden Mark zur Verfügung. Größter Posten ist die Beschaffung von zunächst 60 und anschließend weiteren 90 Mehrzweckkampfflugzeugen. Dazu liegen von mehreren Rüstungsfirmen Angebote vor. Benötigt werden ferner 36 neue Kampfhubschrauber. Zur Auswahl stehen Tiger, Apache, Mangusta und Super Cobra. Für das polnische Heer besteht ein Bedarf an 420 gepanzerten Radfahrzeugen. Dazu liegen Angebote aus Österreich (Pandur) und der Schweiz (Piranha III) vor. Polen zeigt aber auch großes Interesse an dem deutsch-britisch-niederländischen Fahrzeug GTK. Das Aufklärungsfahrzeug BRDM-2 soll modernisiert werden, wozu STN Atlas Elektronik die Beobachtungs- und Aufklärungsausstattung anbietet. Die deutsche Werftindustrie bewirbt sich in einem Konsortium um das polnische Korvetten- und Minenjägerprogramm. Insgesamt sollen sechs neue Korvetten beschafft werden. Thomsen-CSF erhielt den Auftrag für ein neues militärisches Fernmeldesystem. Neben dem Beschaffungsprogramm gehört die Umstrukturierung der Streitkräfte zu den großen Vorhaben des polnischen Verteidigungsministeriums. So wird das noch mit schwerem Gerät ausgerüstete polnische Heer zu mit leichten Waffensystemen ausgestatteten mobilen Verbänden umgegliedert. Ziel ist die Interoperabilität mit den NATO-Militärstrukturen. Der Gesamtumfang der Streitkräfte wird von 240650 Soldaten auf 180000 Mann reduziert. (Lo) |
Deutschland unterstützt den Aufbau der estnischen Streitkräfte
| Die Streitkräfte Estlands befinden sich noch im Aufbau. Bis zum Jahr 2005 soll der Gesamtumfang auf rund 12000 Soldaten im Frieden und auf 60000 bis 80000 im Verteidigungsfall anwachsen. In Estland besteht Wehrpflicht (12 Monate). Deutschland hilft beim Aufbau der Streitkräfte und unterstützt besonders die Marine, die den Auftrag hat, die estnischen Küstengewässer zu verteidigen und die Seeverbindungswege nach Estland offenzuhalten. Aktiv sind bereits die Marinestützpunktorganisation, ein Minenabwehrgeschwader und eine Marinesicherungskompanie. Geplant sind ferner ein Schnellbootgeschwader, ein Versorgungsgeschwader, ein Fernmeldezentrum sowie eine Marinetechnikschule. Deutschland hat der estnischen Marine die ehemaligen Binnenminensuchboote der Frauenlob-Klasse, "Minerva" und "Diana" sowie das Ex-NVA-Küstenschutzschiff "Komet" überlassen. Als weiteres Boot erhält Estland das Minenjagdboot "Cuxhaven". Es ist das dritte Boot der "Lindau"-Klasse für die baltischen Staaten. Litauen hat bereits die "Koblenz" und Lettland die "Völklingen" erhalten. Alle drei Boote fah-ren in dem gemeinsamen baltischen Marineverband BALTRON ("Baltic Squadron") mit der Hauptaufgabe Minenräumen, wobei Deutschland als "lead nation" die Übungen von BALTRON in der Zusammenarbeit mit der NATO koordiniert. (Lo) |
Italien: Öffnung der Streitkräfte für Frauen stößt auf große Resonanz
| Im September 1999 hatte die italienische Regierung ein Gesetz beschlossen, das die Umwandlung der Streitkräfte in einer Berufs- und Freiwilligenarmee bei gleichzeitiger Öffnung für Frauen vorsieht. Mehr als 10000 Frauen meldeten sich für einen freiwilligen Dienst in den Streitkräften. Es gingen mehr Bewerbungen von Frauen ein als von Männern. So registrierte die Militärakademie 22500 Bewerbungen für die gehobene Laufbahn, davon waren 53% von Frauen. Die Armeeführung sah sich gezwungen, eine Obergrenze von 10% für Frauen in der Truppe festzulegen. Bevorzugte Verwendungsbereiche der Frauen sind die Infanterie, die Marine, die Carabinieri und besonders die Luftwaffe. Für die Ausbildung zum Piloten liegen 6000 Bewerbungen vor. Die Bewerberinnen müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, so eine Mindestgröße von 1,61 m (Luftwaffe 1,65 m) und Höchstalter 32 Jahre. Weibliche und männliche Bewerber können sich als Zeitsoldaten für drei oder fünf Jahre verpflichten. Der Jahressold liegt im Durchschnitt bei umgerechnet 35000 Mark. Nach dem Militärdienst sollen die Zeitsoldaten bevorzugt bei der Polizei, Feuerwehr und im Öffentlichen Dienst eingestellt werden. Die Reform der Streitkräfte soll 2005 abgeschlossen sein. Bis dahin wird die allgemeine Wehrpflicht (derzeit 10 Monate) stufenweise zurückgeführt. Die Gesamtstärke sinkt von derzeit rund 300000 auf 190000 Soldaten. (Lo) |
Frauen in der Armee: Die USA sind einsame Spitze
| Beim Anteil weiblicher Soldaten halten die USA die Spitze. In den Vereinigten Staaten kletterte der Anteil von 1,6% im Jahre 1973 auf heute 14,6%. Auch Kanada (10%), Großbritannien (7,5%) und Frankreich (7,2%) haben einen angemessenen Anteil weiblicher Soldaten. Vor allem in den USA haben sich die Frauen in den Streitkräften durchgesetzt. Sie sind fast überall dabei, auch in Kampfeinheiten oder als Pilotin im Kampfjet, nur nicht im direkten Einsatz gegen Bodentruppen und auf U-Booten. Fast 200000 weibliche Soldaten (199900) stehen im Sold der Streitkräfte bei einem Gesamtumfang von 1,4 Millionen Mann. Davon sind 71000 bei der Army, 66300 bei der Air Force, 52800 bei der Navy und 9800 im Marine-Corps. Sie sind längst unentbehrlich geworden. "Ohne die Frauen", so ein Insider in Washington, "wäre Manches in den Streitkräften nicht zu schaffen." Ähnlich sieht es in den britischen Streitkräften aus: Alle Dienstposten sind offen für Frauen mit Ausnahme Bodentruppen im direkten Kampfeinsatz sowie U-Boote. Frankreich: Alle Dienstposten, auch Kampfunterstützungstruppe, aber nicht in der Kampftruppe. Ebenso in Griechenland, in der Türkei und in Portugal. Für Kanadas Frauen ist die U-Boot-Flotte ebenfalls tabu, sonst stehen ihnen alle Dienstposten offen; das gleiche gilt für die belgischen und holländischen Soldatinnen. Alle Dienstposten offen auch für Dänemarks Frauen, mit Ausnahme Kommandotruppen und Kampfschwimmer. Überhaupt keine Einschränkungen für weibliche Soldaten gibt es in Norwegen, Spanien, Ungarn, Schweden, Australien und Israel. (Lo) |
Ungarns Streitkräfte auf dem Weg zu einer modernen Armee
| Das neue NATO-Mitglied Ungarn unternimmt
gewaltige Anstrengungen, damit die Streitkräfte für die Aufgaben im
neuen Jahrtausend im Rahmen der Allianz im wahrsten Sinne des Wortes gerüstet
sind. So ist der Verteidigungsetat für das Jahr 2000 um 41 Prozent auf
umgerechnet 1,45 Milliarden Mark erhöht worden. Mit einem umfangreichen
Modernisierungskonzept soll NATO-Kompatibilität auf allen Gebieten
erreicht werden. Vor allem die technischen Defizite sollen abgebaut
werden. Erstes Ziel ist die Verbesserung der allgemeinen Kommunikation
und des Fernmeldewesens sowie die Modernisierung der Luftverteidigung.
Die Struktur der Land- und Luftstreitkräfte wurde mit der Gliederung in
Brigaden und Divisionen ebenfalls dem NATO-Standard angepasst.
Nachholbedarf gibt es auch bei der Neustrukturierung des Offizier- und
Unteroffizierkorps. So gibt es zu viele Offiziere in der Armee. Um das
gegenwärtige Verhältnis von 1:1 abzubauen, muss die Zahl der
Unteroffiziere nahezu verdreifacht werden. Der Gesamtumfang der
Streit-kräfte von einst 155000 Soldaten ist auf 44000 Mann reduziert worden. Der Wehrdienst – bisher neun Monate – soll auf sechs Monate verkürzt werden. Ferner wird erwogen, für die Wehrdienstleistenden die Möglichkeit zu schaffen, sich nach der Grundausbildung von den restlichen drei Monaten "freizukaufen". Dadurch würden für die Streitkräfte zusätzliche Einnahmen geschaffen. Im Gespräch ist aber auch die Umwandlung der Streitkräfte in eine Berufsarmee bzw. die Alternative, Ableistung der Wehrpflicht auf freiwilliger Basis. Dazu soll die Attraktivität des Dienstes auch für Wehrpflichtige gesteigert werden. Insgesamt soll die Armee auf jeden Fall professioneller werden. Das Waffenarsenal stammt überwiegend aus sowjetischer Produktion und muss modernisiert werden. So die Kampfpanzer T-55 und T-72, die Schützenpanzer BMP-1 und Transportpanzer BTR-80 sowie die Kampfflugzeuge MiG-21, MiG-29 und Kampfhubschrauber Mi-24. Probleme bereitet die Ausbildung der Piloten. Mit rund 100 Flugstunden pro Pilot und Jahr liegen die Ungarn weit hinter dem NATO-Standard. Ein grundlegender Wechsel der Waffensysteme ist nicht geplant, da zum Beispiel allein die Anschaffung von modernen westlichen Jagdflugzeugen eine Milliarde Dollar kosten würde, mehr als das gesamte Jahresbudget der Streitkräfte. (Lo) |
Proliferation in Zentralasien bedroht Sicherheit Europas
| In Zentralasien hat ein Rüstungswettlauf begonnen, der auch zu einer massiven Bedrohung der Sicherheit Europas führen kann. So die Kernaussage des Proliferationsberichts des Bundesnachrichtendienstes (BND) über die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und Raketen. Vor allem der Irak und Iran, aber auch Indien und Pakistan sowie weitere Staaten in der Region bemühten sich verstärkt um entsprechende Technologie zur Herstellung von atomaren, biologischen und chemischen Waffen. Nach Erkenntnissen des BND wird Bagdad bis 2005 über eine Mittelstreckenrakete (Reichweite 3000 km) verfügen, die weite Teile Europas und Zentralasiens bedrohen kann. Das B-Waffen-Programm könne der Irak innerhalb von mehreren Monaten wieder aktivieren, befürchtet der BND. Auch seien wohl nicht alle C-Waffen-Programme durch die UN-Kontrollkommission enttarnt worden. Über Raketentechnologie verfügen nach BND-Beobachtungen auch der Iran, Pakistan und Indien. Neu-Delhi besitze die Fähigkeiten zum Bau einer Interkontinentalrakete (Reichweite 5000 km), heißt es weiter. Pakistan bastle am aus Nordkorea importierten Modell "Taep-Dong-2"; Reichweite ebenfalls 5000 km. Der Iran entwickelt die "Shahab4" (Reichweite 2000 km), die Polen und die Slowakei bedrohen könnte. Teheran stehe auch im Verdacht, ein Atomwaffenprogramm zu entwickeln. Ferner gebe es Hinweise über die Entwicklung eines iranischen B-Waffen-Programms. |
Frankreichs Streitkräfte im Umbruch
| Mit der "Verschlankung" der Streitkräftestrukturen ist in Frankreich die erste Phase der Wehr-Reform mit dem Ziel einer Berufs- und Freiwilligenarmee abgeschlossen worden. In der nächsten Phase geht es um die zukünftigen operativen Vorstellungen. Im Frühjahr 2001 ist eine Bestandsaufnahme vorgesehen. Dann sollen die neue Stärke und die neue finanzielle Ausstattung der Streitkräfte festgelegt werden. Die Wehrpflicht gilt nur noch für eine Übergangszeit bis 2002. Ab 1. Januar 2003 werden keine Wehrpflichtigen mehr eingezogen. Die Streitkräfte befinden sich also im Umbruch, "der Weg zur Berufsarmee ist umumkehrbar", heißt es dazu in Paris. Allerdings bringt die Umstellung schon jetzt Probleme. Die Auflösung von Einheiten und Verbänden, verzögerte Beförderungen und die häufigere Rotation in ausländischen Missionen seien nicht gut für die Moral der Truppe, wird im Pariser Verteidigungsministerium zugegeben. In den nächsten Jahren wird eine "beträchtliche Unzufriedenheit" bei den Soldaten und ihren Familien erwartet. Um genügend Freiwillige zu bekommen, sind die meisten Beschränkungen für weibliche Soldaten aufgehoben worden. Frauen dürfen jetzt in allen Verbänden Dienst machen. Nur da, wo "ein dauerhafter und direkter Kontakt mit feindlichen Kräften" gegeben sei, so das französische Verteidigungsministerium, würden Frauen nicht eingesetzt. In Frankreich erhalten alle jungen Männer vor ihrem 18. Geburtstag, in der Regel mit 17, eine Aufforderung, sich an einem landesweiten "Vorbereitungs-tag für die Verteidigung", zu beteiligen. In 200 Informationszentren erhalten sie umfassende Instruktionen über Armee und Landesverteidigung. Wer nicht erscheint, kann weder Führerschein noch Abitur machen. In diesem Jahr wurden zum ersten Mal auch Frankreichs 17-jährige Mädchen von den Streitkräften vorgeladen. Durch diese Aktion sollen mehr Frauen für den Dienst in den Streitkräften geworben werden. Schon heute hat Frankreich mit rund 23000 weiblichen Soldaten nach den USA zahlenmäßig das größte Frauenkorps. Insgesamt haben die französischen Streitkräfte gegenwärtig eine Stärke von rund 318000 Soldaten. (Lo) |
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Amerikas Berufsarmee benötigt jährlich
200000 Freiwillige
| Genügend qualifizierte Freiwillige für den Dienst in den Streitkräften zu gewinnen, ist die größte Sorge einer Berufsarmee. In den Vereinigten Staaten, in denen 1973 die Wehrpflicht abgeschafft wurde, ist das Experiment im großen und ganzen geglückt. 27 Jahre nach ihrer Einführung ist Amerikas Berufsarmee erfolgreich, professionell, schlagkräftig und technologisch auf dem höchsten Stand. Dabei sah es am Anfang keineswegs danach aus. Die Streitkräfte litten an Mangel an Freiwilligen. Der Sold wurde um 60 Prozent erhöht, die Anwerbungsprämie stieg auf 3000 Dollar. Trotzdem schafften es die Streitkräfte lange Zeit nicht – vor allem in Zeiten guter Konjunktur – alle Stellen zu besetzen. Auch heute ist ein großer Aufwand nötig, um die Personalstärke von 1,4 Millionen Soldaten zu halten. Dazu müssen jährlich 200000 Soldaten rekrutiert werden. Mehr als 10000 Mitarbeiter der Rekrutierungsbehörde USAREC preisen in High Schools und Einkaufszentren die Vorteile des Dienstes in den Streitkräften. Hinzu kommen aufwendige TV-Kampagnen. Schließlich wird einiges geboten, so u.a. kostenloses Wohnen, Kredite, College-Stipendien. Dennoch verfehlte das Heer sein Rekrutierungsziel im vergangenen Jahr um 8,5 Prozent. Deswegen sah man sich bei der Army gezwungen, den Standard zu senken und auch weniger qualifizierte Bewerber zu nehmen. Luftwaffe, Navy und Marines haben in dieser Beziehung keine Probleme, sie sind in den Augen der Bewerber attraktiver. (Lo) |
Schweiz: Armeereform mit einschneidenden Strukturmaßnahmen
| Die 1995 beschlossene Umgestaltung der Streitkräfte der Schweiz zur "Armee 95" mit einschneidenden Strukturmaßnahmen befindet sich jetzt in der Konsolidierungsphase. In der Schweiz bilden Land- und Luftstreitkräfte eine Milizarmee. Alle Formationen und Truppenteile sind mobilmachungsabhängig. Die Militärdienstpflicht gilt für alle männlichen Schweizer Staatsbürger. Frauen können auf freiwilliger Basis waffenlosen Militärdienst leisten. Im Frieden verfügt die Armee nur über eine geringe Zahl von aktiven Soldaten – rund 3400 Offiziere und Unteroffiziere, vorwiegend eingesetzt als Ausbilder. Hinzu kommen ca. 40000 Soldaten in Grund- und Wiederholungskursen sowie 11500 Dienstleistende im Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport/VBS. Der Mobilmachungsumfang beträgt 400000 Mann. Die Reform sieht eine weitere Reduzierung des Personalbestandes um zehn Prozent vor. Außer Dienst gestellt werden die Kampfflugzeuge vom Typ Mirage III S, die Flugabwehr-Lenkwaffen vom Typ "Bloodhound", die nicht kampfwertgesteigerten Panzer 68 sowie alle gezogenen Haubitzen 105 mm. Ferner werden 148 Kampfpanzer Leopard 2 und 108 Panzerhaubitzen M 109 in den Status der "Langzeitlagerung" versetzt. Die bundeseigenen wehrtechnischen Firmen werden in "gemischtwirtschaftlichen" Aktiengesellschaften umgewandelt und in einer Holdingstruktur zur "RüstungsUnternehmen AG (RUAG) Suisse" zusammengefasst. (Lo) |
Belgien: "Verjüngungskur" für die Armee
| Die belgischen Streitkräfte werden im Zuge einer Armeereform umgebaut. Ziel ist es, die Armee bei gleicher Personalstärke zu verjüngen und effizienter zu machen. Dafür stehen umgerechnet 100 bis 300 Millionen Mark zur Verfügung. Die Mittel sollen älteren Soldaten ermöglichen, vorzeitig die Armee zu verlassen und in Pension zu gehen. Geplant sei, die freiwerdenden Stellen mit "jungen, motivier-ten und qualifizierten Personal zu besetzen", so das belgische Verteidigungsministerium. Im Jahre 1992 hatten die belgischen Streitkräfte einen Umfang von 92000 Soldaten. Die Personalstärke wurde unter Aussetzung der Wehrpflicht auf 43000 Mann reduziert. Damit ist die geplante Endstärke (42500) nahezu erreicht. Zur Reform gehören auch Änderungen in den Strukturen. So werden die Generalstäbe der Teilstreitkräfte zu einem Generalstab zusammengelegt. Dieser Schritt werde die Effizienz der Armee steigern und Kosten im alltäglichen Dienstbetrieb einsparen, hieß es in Brüssel. Ein gemeinsamer Generalstab habe einen besseren Überblick über die notwendigen Beschaffungen und könne schneller entscheiden, so die Begründung für diese Reformmaßnahme. Der Umbau sieht ferner vor, Belgiens Streitkräfte international stärker zu integrieren und die Zusammenarbeit mit anderen Streitkräften in Europa zu intensivieren. (Lo) |
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Dänemark: Planungsziel erreicht
| Die dänischen Streitkräfte haben ihr Planungsziel mit 25000 Soldaten erreicht. Damit ist im Nachbarstaat die Reform und Modernisierung der Armee abgeschlossen. Über die Frage der Allgemeinen Wehrpflicht gibt es in Dänemark keine öffentliche oder politische Diskussion. Sie gilt als selbstverständlich. Neben den regulären Streitkräften nehmen die 67000 Freiwilligen der Heimwehr – in Friedenszeiten in ihrer Freizeit – Aufgaben im territorialen Bereich wahr. (Lo) |
"Schlankheitskur" für Schwedens Armee
| Die schwedischen Streitkräfte müssen sich derzeit einer radikalen Schlankheitskur unterziehen. Gründe der Wehrreform sind zum Einen drastische Kürzungen im Verteidigungshaushalt und zum Anderen eine Neubewertung der sicherheitspolitischen Lage. Eine Bedrohung Schwedens durch eine direkte Invasions bestehe nicht mehr, heißt es in Stockholm. Die neue Verteidigungsstrategie sieht kleinere, aber gut ausgerüstete Einheiten und Verbände vor, die auch für Einsätze im Rahmen internationaler Friedenstruppen geeignet sind. So sollen zwei Bataillone stets für Friedensmissionen einsatzbereit sein. Auch die Befehlsstruktur wird geändert; sie soll nach NATO-Vorbild umgebaut werden. Die derzeitige Friedensstärke von ca. 52000 Soldaten wird bis 2004 stark reduziert. Dabei kommt es zu deutlichen Einschnitten wie Auflösung von Einheiten, Schließung von Standorten, Abbau des militärischen und zivilen Personals, Änderung des Ausbildungssystems für Wehrpflichtige, Einschränkungen bei den geplanten Rüstungsbeschaffungen. Von den 13 Heeresbrigaden bleiben nur noch sechs übrig; aus den zwölf Luftwaffenstaffeln werden acht, die Marine mustert die Hälfte ihrer Kriegsschiffe aus. Der Gesamtverteidigungsumfang von derzeit rund 600000 Mann (einschließlich Heimwehr) wird ebenfalls hal-biert. An der Wehrpflicht will Schweden festhalten. Frauen können auf freiwilliger Basis in den Streitkräften dienen. Eingeschränkte Verwendungen gibt es für weibliche Soldaten in Schweden nicht, sie können in allen Waffengattungen eingesetzt werden. (Lo) |
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USA: Zwei neue Brigaden für
Kriseneinsatz
| Die USA wollen zwei neue Brigaden aufstellen, die binnen 96 Stunden an Krisenpunkten in der Welt eingesetzt werden können. Dafür hat der US-Kongress zusätzlich 1,5 Mrd. Dollar bereitgestellt. Insgesamt wurde der Verteidigungshaushalt für das Jahr 2001 um 20 Mrd. Dollar auf 288 Mrd. Dollar erhöht. (Lo) |