Am 04. Februar 1957 traf das Gros des Kaderpersonals
mit 60 Soldaten unter der Führung des Kommandeurs, Major
Meffert, in Zweibrücken ein. Einen Tag später fand dann
die erste Flaggenparade der Bundeswehr im neuen Standort
statt.
Als ein besonderer Tag für das Bataillon ging der 01. März 1957 in die Chronik ein. Zum ersten Mal nahm das Bataillon seine STAN-mäßige Gliederung ein. Grund dafür war das Eintreffen der ersten Rekruten. 180 Freiwillige aus der Pfalz, Hessen und Bayern, die meisten reisten mit der Bahn an, trafen beim Bataillon ein.
Erste Probleme gab es schon bei der Einkleidung der Rekruten, denn es fehlte an Bekleidung großer Konfektionsgrößen. Die Vereidigung wurde am 09. April 1957 in der Kreuzberg - Kaserne durch den Kommandeur, Major Meffert, vorgenommen. Danach folgte der offizielle Einzug in die Stadt Zweibrücken. Zum ersten Mal nach dem Kriege marschierten deutsche Soldaten durch die Straßen der Stadt. Öffentliche Gebäude und auch zahlreiche Privathäuser wurden mit Flaggen geschmückt. Viele Frauen und Mädchen hatten Blumen mitgebracht und bald hatte fast jeder Soldat eine Blume im Knopfloch. Vor dem Rathaus meldete dann der Kommandeur an Oberbürgermeister Roth den Einzug des Bataillons in die Garnison.
Oberbürgermeister Roth hieß das Bataillon im Namen der Stadt herzlich willkommen. Dem Bataillonskommandeur überreichte er als Erinnerung für die 1. Vereidigung deutscher Soldaten ein Gemälde der Stadt Zweibrücken mit der Alexanderkirche. Dieses Gemälde hängt heute noch im Stabsgebäude des Bataillons. Bereits im Mai 1957 konnten die Soldaten des Bataillons zeigen, was sie in der Formatausbildung gelernt hatten. Das Bataillon nahm mit Ehrenzügen der Kompanien an den NATO - Paraden in Zweibrücken, Pirmasens und Kaiserslautern teil. Dieses war das erste öffentliche Auftreten deutscher und Alliierter Streitkräfte in der Pfalz.
Am 28. Juni erhielt das Bataillon seine ersten Fahrzeuge. Bis jetzt war es ein "lnfanteriebataillon", erst mit der Lieferung der ersten Lastkraftwagen wurde es ein "richtiges" Transportbataillon. Drei Güterzüge mit insgesamt 54 Lastkraftwagen MAN 4 x 4 L 2 wurden dem Bataillon zugeführt.
Der erste Einsatz als Transportbataillon erfolgte dann in einem vierwöchigen Herbstmanöver im September 1957. Im Rahmen dieses ersten größeren Manövers der Bundeswehr im Raum Mittenwald und Regensburg wurden vor allem die leichte Quartiermeistertransportkompanie 946, heute z. Kompanie, und die leichte Quartiermeistertransportkompanie 947, heute 4. Kompanie, eingesetzt. Mit der Zuführung weiterer 155 Rekruten am 16. Oktober 1957 wurde es zunehmend enger in den Unterkunftsgebäuden. Teilweise lagen 15 bis 32 Mannschaften in einem Raum, Unteroffiziere teilten sich stellenweise mit acht Mann eine Stube und die Kompaniechefs schliefen in ihren Chefzimmern. Eine Verlegung in die benachbarte Zweibrücker Niederauerbach - Kaserne, die nur noch teilweise durch französische Truppen belegt war, wurde zum ersten Mal angedacht. An dieser Stelle gedenken wir des 20jährigen Schützen Walter Kurtz, der am 28. November 1957 bei einem sehr tragischen und ungewöhnlichen Sportunfall den Tod fand. An diesem Tag war Sportausbildung angesetzt. Die Soldaten liefen auf der Aschenbahn um den Sportplatz. Auf dem Sportplatz warf ein Soldat Speer. Der Schütze Kunz wollte die Laufstrecke abkürzen und lief über das Sportfeld. Der kurz zuvor abgeworfene Speer des Kameraden traf ihn tödlich in den Hals. |
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