| Ein Manöver besonderer Art hatte die 4.
Kompanie zu Frühlingsanfang im Raume Speyer-Rastatt: Im Zeitraum vom 24. bis 29. März lagen die Ausbildungsschwerpunkte neben der "normalen" Marschausbildung bei der Pionierausbildung aller Truppen. Zweimal mußte die Kompanie auf Schlauchbooten den Rhein überqueren. Ein anderes Mal wurde das Übersetzen von Soldaten und Material mittels Landungsbooten geübt. Desweiteren wurde der Bau und das Verlegen eines Infantrieschnellsteges über einen Seitenarm des Rheins durchgeführt. Höhepunkt war eine Sprengausbildung an deren Ende fast jeder Soldat die Aufgabe hatte, eine Hundertgrammladung anzubringen und zu zünden.
Viele Läufe während der Sportausbildung führten über den sogenannten "roten Weg" in das Wadrilltal und dort mußte der Bach Wadrill überquert werden. An geeigneter Stelle fehlte jedoch eine feste Brücke. So machte der Kommandeur, Oberstleutnant Sversen, dem Forstamt Hermeskeil den Vorschlag, im Rahmen der Pionierausbildung eine Stegbrücke "von bleibendem Wert" zu bauen. Das Forstamt begrüßte diesen Vorschlag und somit wurde unter abwechselnder Beteiligung aller Kompanien unter der Leitung von Oberfeldwebel Gölzer, 4. Kompanie, der Brückenbau begonnen. Ende Juli wurde der Steg dann eingeweiht.
Abschließend noch eine kleine leise Anekdote aus dem Jahr 1969: Vom 20. August bis zum 15. September fand im Raum Hildesheim die Korpsgefechtsübung "Großer Rösselsprung" statt, an der das gesamte Bataillon teilnahm. Die Planung und Durchführung des Manövers schienen gut zu laufen, bis am Ende ein Malheur aufgedeckt wurde: Im Hildesheimer Waldgebiet, irgendwo bei Egenstedt, wurde beim Abzug eine große Anzahl perfekt getarnter Betriebstoffpaletten vergessen. Da die für den Abtransport geeigneten LKW schon auf dem Rückmarsch waren, mußte kurzfristig Ersatz gefunden werden. Vor Ort befanden sich zu diesem Zeitpunkt nur noch drei Mann: der S3Stabsoffizier des Bataillons, Major Stroth, der Kompanietruppführer der 4. Kompanie, Feldwebel Frey, und der Fahrer eines Feldarbeitsgerätes. Man beschloß, sich bei der Deutschen Bundesbahn nach Transportraum zu erkundigen. Feldwebel Frey, der sich mit dieser Anfrage auf den Weg machte, kam erfolgreich von seiner "Organistationstour" zurück. Die Bahn stellte mehrere Waggons zur Verfügung. In mühevoller Kleinarbeit wurden daraufhin die Waggons von den drei Soldaten mit einem Feldarbeitsgerät beladen. Nachdem die Arbeit verrichtet war, wurden die Waggons von Feldwebel Frey als "Zugführer" in das zuständige Depot eskortiert. Dem Einsatzwillen und der Bereitschaft zur Durchführung dieser drei Männer war es zu verdanken, daß der vollständige Rückmarsch ohne großen zeitlichen Verzug und ohne Verlust von Betriebstoff gemeldet werden konnte. |