Transportbataillon 370
1970

 

Ab Januar 1970 wurde durch den Bundesminister der Verteidigung eine allgemeine kritische Bestandsaufnahme durchgeführt, um die Stimmung in der Truppe zu prüfen und Anerkennung aus der Truppe zu sammeln. Diese Bestandsaufnahme wurde durch mehrere Tagungen durchgeführt, um die Informationsbreite zu erhöhen. Die Teilnehmer des Transportbataillons 370 waren der Kommandeur, Oberstleutnant Sversen, sowie der Kompaniechef der 2./370, Oberleutnant Schlottky.

Am 23. April kam es zu einem folgenschweren Unfall am Ortseingang Leun / Wetzlar. Ein 10 t Faun der 4./TrspBtl 370 mußte einem Zivil LKW ausweichen. Dabei geriet er an die Leitplanke, durchbrach sie, und fuhr eine fünf Meter hohe Böschung hinab in die Lahn. Bevor das Auto in der Lahn versank, konnten sich Fahrer und Beifahrer jedoch noch retten. Die Ladung des LKW, 10 t Zucker, löste sich in der Lahn auf. Noch Wochen später wunderten sich die Angler um Leun, daß die Fische alle einen süßlichen Geschmack hatten.


23. April 1970: Der LKW 10 t wird aus der Lahn gezogen.

Am 30. April mußte die 2./Betriebsstofftransportbataillon 390 für die Offiziere des Korpsnachschubkommando 3 im Raume Soonwald und Westerwald eine Transport- und Versorgungslehrvorführung durchführen. Es wurde der Kompanie unter der Führung ihres Kompaniechefs, Oberleutnant Schlottky, nichts geschenkt. Sturm, Schnee, Regen, Hagel, sogar Gewitter und aufgeweichte Waldwege erschwerten die Übung. In der Abschlußbesprechung der Übung bezeichnete der Korpsnachschubkommandeur, Oberst Winterhoff, die Lehrvorführung als voll gelungen. Besonders die Leistungen des Unteroffiziers Helmut Müller und seines Zuges wurden als Beispiel hervorgehoben.


Das Unterziehen eines LKW muß gekonnt sein!


30. April 1970: Der KpChef der 2./BstfTrspBtl 390, OLt Schlottky, z. v., I. weist die Zug- und Gruppenführer im Rastraum ein.

Seit 1968 bestanden zwischen der 4./Transportbataillon 370 und der saarländischen Gemeinde Großrosseln sehr freundschaftliche Verbindungen. Diese Verbindungen fanden ihren Höhepunkt zwischen dem 29. und dem 31. Mai. Am 30. Mai wurden unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die Patenschaftsurkunden ausgetauscht. Krönung der Feierlichkeiten war ein Manöverball, der erst am 31. Mai morgens um 06.00 Uhr sein Ende fand.

Großrosseln wurde für die Kompanie bis zu ihrer Verlegung 1974 nach Diez zum "zweiten Standort."

Eine besondere Ehre wurde dem Bataillon bei der Erhebung Hermeskeils zur Stadt am 04. Juli 1970 zuteil.

Unbekannte Täter hatten die Festhalle in Hermeskeil in Brand gesetzt, so daß die Feier dort nicht stattfinden konnte. Der Hermeskeiler Bürgermeister Schmitt bat daher den Bereitschaftszug des Bataillons (es war Samstag) um Hilfe. Da in der Zwischenzeit der Kommandeur in der Kaserne eingetroffen war übernahm er das Kommando. Kurzerhand wurde das Dekorationsmaterial, die Stühle und alles was sonst noch zum Festakt gehörte, in die Mehrzweckhalle der Hochwald - Kaserne transportiert wo dann die Feierlichkeiten stattfanden. Ministerpräsident Kohl zeigte sich überrascht von der schnellen Improvisation und besichtigte nach dem Festakt die Kaserne. So "rettete" das Bataillon die Erhebung Hermeskeils zur Stadt.


04. Juli 1970: Ministerpräsident Dr. Helmut Kohl betritt mit Frau Hannelore die Mehrzweckhalle der Hochwald - Kaserne.

Das Jahr war außerdem noch geprägt von der Teilnahme des Bataillons an den Übungen "Weiter Sprung" vom 02. Juni bis zum 20. Juni im Raume Peine - Braunschweig, "Sicheres Grubenlicht" vom 06. Juli bis zum 09. Juli im saarländischen Raum und "Kurzer Schlag" vom 05. November bis zum 14. November im Raume Frankenberg / Eder.

 

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