| Anfang des Jahres war es wieder einmal
soweit: Einberufungstermin. Am 02. Januar 1974 rückten
auch beim Transportbataillon 370 junge Soldaten ein, um
ihre Grundausbildung abzuleisten. Nach der Einkleidung
und Einstellungsuntersuchung begrüßte dann der
Kommandeur, Oberstleutnant Slangen, die neuen Rekruten.
Unter ihnen war auch der 1000. Rekrut, der im
Transportbataillon 370 die Grundausbildung seit 1973 nach
dem W15 -Modell erhalten sollte. Am 20. Juni begann die Verlegung der 4./Transportbataillon 370 von Hermeskeil nach Diez. Als Vorauskommando und gleichzeitig Einsatzunterstützung der 5. Kompanie, verlegte der III. Zug unter Feldwebel Adamski in die Freiherr-vom-Stein-Kaserne. Ab dem 01. Juli 1974 folgte dann der "Rest" der Kompanie unter der Leitung von Leutnant Mais, der den auf Stabsoffizierslehrgang befindlichen Kompaniechef, Hauptmann Bißwurm, vertrat. Ende Juli war der "Umzug" abgeschlossen und die Kompanie wurde vom Kommandeur einsatzbereit gemeldet. Zwei Veränderungen ergaben sich aus der Verlegung der 4./Transportbataillon 370 nach Diez: erstens wurde die 5./Transportbataillon 370 aus dem Unterstellungsverhältnis des Nachschubbataillons 310 herausgelöst, dem sie seit dem 01. April 1959 unterstand, und wieder dem Transportbataillon 370 unterstellt. Darüberhinaus hatte die 5./Transportbataillon 370 neben ihren Tankwagen seit Juli 1972 auch 40 Pritschenlastkraftwagen 10 t FAUN. Durch die Verlegung der 4. Kompanie wurde die 5. Kompanie wieder reinrassige Tankkraftwagenkompanie und gab den Pritschentransportraum ab. (Abschrift des Verlegungsbefehl der 4./- nach Diez) Ebenfalls im Juli verlegte die Ausbildungskompanie 14/III von Mayen nach Hermeskeil. Aus ihr wurde am 01. Oktober 1980 die Nachschubausbildungskompanie 16/III. Vom 16. bis 20. September nahmen die 4./- und die 5./Transportbataillon 370 an der Gefechtsübung des III. Korps, "Schneller Wechsel" teil, die im Raum Ohringen-Künzelsau stattfand.
Eine besondere Erwähnung verdient in diesem Zusammenhang die Geistesgegenwart des Obergefreiten Litz der 4./Transportbataillon 370. Seiner Besonnenheit war es zu verdanken , daß ein schwerer Unfall vermieden werden konnte. In einem kurvenreichen Ort mit starkem Gefälle versagten die Bremsen des mit 9 Kubikmetern palettierten Betriebsstoff beladenen 10 t LKW des Obergefreiten Litz. Um nicht die Kontrolle über sein Fahrzeug zu verlieren, fuhr der Obergefreite auf den vor ihm fahrenden zivilen LKW auf, der dann beide Fahrzeuge abbremste. Beide Fahrzeuge kamen vor einer Kurve zum Stillstand. Beim Aufprall hatte sich der Beifahrer, Gefreiter Wantjes, das Bein gebrochen und an den beiden LKW entstand Sachschaden. So hatte der Obergefreite Litz durch Mut und Übersicht eine Katastrophe verhindern können.
Ende des Jahres stiegen die Fahrzeugausfälle der 4. und 5. Kompanie bedenklich an. So waren zeitweise nur noch 25% der Transportfahrzeuge einsatzbereit. Die Ausfallzeit eines Kraftfahrzeugs lag zu dieser Zeit bei bis zu 140 Tagen. Und nur unter Umgehung der Vorschriften war es hier und da möglich, diese Einsatzbereitschaft zu halten. Dies hatte zur Folge, daß nur noch beschränkt Transportaufträge durchgeführt werden konnten. Grund für dieses Debakel war die umfangreiche Beanspruchung des Materials in den vorausgegangenen Quartalen und massive Probleme bei der Ersatzteilversorgung im Heer. |