Transportbataillon 370
1995

 

Die Veränderungen in der politischen Weltlage brachten es mit sich, daß auch die Bundeswehr sich gegenüber den Staaten im Osten öffnete. Was Ende der "Achtziger Jahre" völlig undenkbar war, wurde mittlerweile zur Routine.

So besuchten am 09. Februar 16 tschechische Offiziere das Transportbataillon 370. Sie wurden in Auftrag, Gliederung und Ausrüstung des Bataillons, sowie in den täglichen Dienst der Kompanien eingewiesen. Aber auch die Gespräche mit Soldaten aller Dienstgradgruppen gehörten mit zum Programmablauf.


09. Februar 1995: Tschechische Offiziere besuchen das Bataillon. z. v. I.: Major Baumann (S 3 StOffz); 1. v. r.: Major Kegel (KpChef 1./TrspBtl 370); B. v. r.: OTL Geyer (Kdr TrspBtl 370);

Am 18. März startete die Patenschaftsgemeinde des Bataillons , die Gemeinde Elz, die Aktion "Saubere Ufer." Dabei wurde der Elbbach im Gemeindebereich von Elz von Abfall und Unrat befreit. Je 25 Soldaten der 3. Kompanie und der Reservistenkameradschaft Limburg zogen mit Müllsäcken bewaffnet ins "Manöver" und halfen tatkräftig mit, die Aktion zu einem guten Ergebnis zu führen.


18. März 1995: Solidarisch an der "Müllfront" Reservisten der RK - Limburg und Soldaten der 3./TrspBtl 370.

Die Bataillonseinsatzübung "Bayrischer Löwe" fand vom 24. bis 28. April in der Eifel, im Raum Ulmen - Kehlberg, statt. Speziell erwähnt werden muß die Nürburgringfahrt des Bataillons. Zehn Schwerlasttransporter und zehn LKW 10 to "donnerten" über die Rennstrecke, die sonst nur Rennfahrzeugen vorbehalten ist. Angeführt wurde die Marschkolonne, die aus ausgewählten und verdienten Soldaten bestand, durch den Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Geyer, der im ersten Fahrzeug, einem Schwerlasttransporter, saß.


Die seit dem 01. April 1993 in Montabaur neu aufgestellte 7./TrspBtl 370 auf dem Nürburgring.

Als geistlichen Beistand hatte der Bataillonskommandeur den evangelischen Standortpfarrer, Dekan Prölß, mit an Bord. Dieses Ereignis wird allen Beteiligten noch recht lange in Gedanken bleiben. Darüber hinaus war dies das erste Mal in der Geschichte des Nürburgrings, daß eine militärische Einheit dort mit ihren Dienstfahrzeugen ihre Runden drehte.

Der erste Truppenübungsplatzaufenthalt des Jahres 1995 fand vom 08. bis 12. Mai in Schwarzenborn statt. Neben den üblichen Gefechtsschießen standen die Nachtschießen und das Handgranatenwerfen mit Gefechtshandgranaten im Vordergrund der Ausbildung.

Vom 19. bis 21. Mai feierte die Reservistenkameradschaft Limburg ihr 25jähriges Bestehen auf dem Westa-Gelände der Gemeinde Elz. Ein feierliches Gelöbnis des Transportbataillons 370, ein militärischer Vergleichswettkampf, eine Fahrzeug- und Geräteschau sowie ein Mannöverball waren die Höhepunkte innerhalb der Feierlichkeiten. Das Transportbataillon 370 unterstützte die Reservistenkameradschaft dabei mit Personal und Material in nicht unerheblichem Umfang und half mit, daß die Veranstaltung eine gute Kritik erhielt.

Am 23. Juni konnte der Chef der 4. Kompanie, Hauptmann Neubauer, stellvertretend für die Kompanie den Deutschen Verkehrssicherheitspreis der Rettungsdienst-Stiftung Björn Steeger und der Deutschen Verkehrswacht in Empfang nehmen. Diese Auszeichnung wird für vorbildliches Verhalten im Straßenverkehr und unfallfreies Fahren verliehen.


Juni 1995: Herr Vater (links) von der Verkehrswacht Montabaur zeichnet Soldaten des Bataillons aus.

Das St. Christophorus-Biwak wurde zum zweiten Mal durch das Transportbataillon 370 gestaltet. Am 10. Juni konnte der Kommandeur, Oberstleutnant Geyer, etwa 1.500 Soldaten, Ehemalige und zivile Gäste willkommen heißen. Neben den kulinarischen Spezialitäten und dem abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm war eine Attraktion besonders beliebt: das Wasserbecken. Man konnte mit einem Wurf auf eine Zielscheibe einen mechanischen Auslöser betätigen und somit seinen "Chef' oder "Spieß" ins Wasser befördern.


10. Juni 1995: Als Gäste beim St. Christophorus-Biwak die tschechischen Offiziere OLt Prohazka (1. v. I.) und Major Gottvald (2. v. I.)

Die 3. Kompanie richtete erneut den Wettkampf um den "Wildsaupokal" aus. Den Sieg errang die amerikanische Mannschaft des 53rd US-Transportation-Battalion aus Kaiserslautern. Den zweiten Platz konnte sich die 5. Kompanie sichern.

Auflösungen und Umgliederungen gehörten in den letzten Jahren zu bekannten Vorgängen in der Bundeswehr.

Aber auch die amerikanischen Streitkräfte waren mit dieser Problematik behaftet. So kam es, daß das 53rd US-TransportationBattalion im Rahmen der Truppenreduzierung aufgelöst wurde. Fast zwei Jahrzehnte währte die immer lebendige Patenschaft zwischen dem Transportbataillon 370 und dem 53rd US-TransportationBattalion. Die Kommandeure, Oberstleutnant Geyer und LtCol Morrow, setzten am 28. Juni mit ihrer Unterschrift den Schlußstrich unter die bewährte Patenschaft.


28. Juni 1995: OTL Geyer (links) und Colonel Morrow beenden mit ihrer Unterschrift die Patenschaft.

Baltische Soldaten besuchten am 22. August das Bataillon.

18 junge Offiziere aus Lettland, Litauen und Estland besuchten im Rahmen eines Informationstages die "Transporteure". Das Zentrum Innere Führung plante und steuerte das Besuchsprogramm und wählte das Transportbataillon 370 als Anlaufstelle aus.

Neben einem Briefing durch den Kommandeur konnten die Besucher einen Ausbildungstag der Rekruten miterleben. Beeindruckt zeigten sich die Besucher durch die Offenheit, die ihnen während des gesamten Aufenthaltes entgegengebracht wurde.

"Die Patenschaft am Leben erhalten" war das Motto am 27. August in Altendiez.

In einer Feierstunde mit Bürgermeister Wiederstein wurde in Altendiez das ehemalige Kriegerdenkmal aus dem deutsch-französischen Krieg 1870 - 1871 in ein Friedensdenkmal für die deutschfranzösische Freundschaft umgewidmet.

Die Patenkompanie, die 5. Kompanie, nahm mit einem Ehrenzug unter der Führung ihres Kompaniechefs, Hauptmann Gerstenberg, teil. Die Gedenktafel mit der Aufschrift "Aus Feinden wurden Freunde im vereinten Europa" enthüllte Hauptmann Gerstenberg gemeinsam mit Cpt Le Roux, einem Offizier der französischen Streitkräfte. Ein Handschlag der beiden Offiziere unterstrich nochmals den enthüllten Schriftzug.

Der "Scheidung" folgte schnell eine neue Hochzeit.

Nur wenige Wochen nach der Patenschaftsauflösung mit dem 53rd US-Transportation-Battalion, ging das Bataillon am 21. September mit dem 502nd US-Transportation-Battalion (MC) aus Wiesbaden eine neue Patenschaft ein.

Während eines Bataillonsappells in der Freiherr-vom-Stein-Kaserne tauschten die Kommandeure, Oberstleutnant Geyer und Lieutenant Colonel Froberg, die Patenschaftsurkunden aus. Beim ersten in Diez veranstalteten Oktoberfest, das die 5. Kompanie vorbereitet hatte, wurde die neue Patenschaft in einem zünftigen und äußerst gelungenen Rahmen gefeiert.


21. September 1995: OTL Geyer (links) und LtCol Froberg tauschen die Patenschaftsurkunden aus.


21. September 1995: Oktoberfest mit dem 502. (US) TrspBtl. Links: LtCol Froberg; Mitte: OTL Geyer; rechts am Faß: Hptm Gerstenberg (KpChef 5./TrspBtl 370)


21. September 1995: "Hoch die Gläser." Amerikanische und deutsche Transporteure beim Oktoberfest.

Am 27. Oktober wurde die Wehranlage Laurenburg offizieller Traditionsstandort der 4. Kompanie. Im Rahmen einer Kompaniechefbesprechung begründete das Bataillon die Verbindung. Um die Verbindung zu dokumentieren enthüllten der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Geyer, und Burgbesitzer, Herr Horst Wienberg-Howe, ein eigens angefertigtes Bataillonswappen.

Am 06. November ging es zum Truppenübungsplatz Baumholder, was für das Bataillon nichts Neues darstellte. Neu war jedoch der Truppenarzt. Zum ersten Mal in der nunmehr 39jährigen Geschichte des Bataillons erhielt es einen Truppenarzt, weiblich. Fast mit dem Beginn des Truppenübungsplatzaufenthaltes trat Frau Stabsarzt Kirsten Eickhoff ihren Dienst im Bataillon an.


Das Offizierkorps des Transportbataillons im Dezember 1995


Der neue Stabsarzt (weiblich) Kirsten Eickhoff

 

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